Super-Sache: wie ich vom WJT begeistert bin…

Tom Harke war mit der deutschen Gruppe der Oblaten beim Weltjugendtag unterwegs, er berichtet von seinen Erfahrungen:

Es ist nun eine Woche her, seit ich meine Reise von Krakau zurück angetreten bin und ich bin immer noch überwältigt von den Menschen, denen ich dort begegnet bin, der Liebe, die ich dort erfahren habe und den Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe. Ich habe in Breslau und Krakau so viel erlebt, sodass ich vermutlich ein ganzes Buch über die Erlebnisse schreiben könnte, und hier nur einen Überblick über das erlebte Programm zu geben wird weder dem WJT noch der Atmosphäre dort gerecht. Deshalb möchte ich von vier Begegnungen erzählen, die ich dort erlebt habe, und die Mentalität dort am besten widergeben:

Die erste spielt im Laufe der Woche in Breslau zusammen mit der Oblaten-Familie. Dort waren wir nach dem Programm auf dem Heimweg und kamen an einem Fußballplatz vorbei, wo eine Gruppe gerade am Spielen war und uns ohne zu zögern eingeladen hat, mit ihnen zu spielen (man merke es war 22 Uhr). Wir kannten sie nicht und sie haben nur für uns zu der späten Stunde neue Mannschaften gewählt und neu angefangen, als wäre das selbstverständlich. Am nächsten Tag habe ich die Gruppe beim Mittagessen wiedergesehen und mich etwa eine halbe Stunde mit ihnen unterhalten – und wir waren uns einig, dass es ein unglaublicher Abend war. Im Laufe der Woche haben wir uns immer wieder getroffen und uns über unsere Erlebnisse ausgetauscht.

Die zweite Geschichte war ebenfalls in Breslau, als wir aufgefordert wurden, uns in Kleingruppen über Eugen von Mazenod, sein Erlebnis am Kreuz und unsere Erfahrungen während des OMI-WJT auszutauschen. Dort war meine Kleingruppe früher fertig, als andere, sodass ich schon mal Richtung Mittagessen gegangen bin. Auf dem Weg fragt mich eine andere Gruppe, ob ich nicht mich in ihrer Gruppe einbringen wolle. Es war unglaublich zu erfahren, wie offen wir miteinander umgegangen sind, und wie aufgehoben man in dieser Gemeinschaft ist.

Das dritte Erlebnis war die Vigil zusammen mit dem Papst. Diese war für mich ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Dort ging während der Vigil über dem Meer aus Menschen und hinter den ganzen verschiedenen Fahnen ein die Sonne unter. Sie hüllte den ganzen Himmel über uns in ein wundervolles orange-rot. Als es dann dunkel wurde hielten wir alle uns an den Händen, und bildeten so die vermutlich längste Menschenkette (seit dem Letzen WJT). Man konnte dort spüren, dass man nicht allein ist, sondern Teil einer riesigen Gemeinschaft. Kurz darauf bekam jeder von uns eine Kerze, sodass – egal in welche Richtung man geschaut hat – man bis zum Horizont Lichter sah. Für mich war dies ein Moment absoluter Glückseligkeit. Man konnte dort deutlich sehen, dass alle gemeinsam beten – miteinander und füreinander. Nach der Vigil habe ich mit einer Gruppe aus Uruguay, die neben mir geschlafen hat, zu Abend gegessen, was mir unheimlich Freude bereitet hat.

Die letzte Geschichte ist die permanente Begegnung mit den Gastfamilien, die uns ihr Haus zur Verfügung gestellt haben, und uns die Zeit so angenehm wie möglich gestaltet haben. Sie sind für uns bis spät in die Nacht wach geblieben, um uns die Tür zu öffnen oder noch Abendessen zu machen und sind früh aufgestanden, um uns ein gigantisches Frühstück zu bereiten. Es war außerdem faszinierend mit ihnen zu sprechen, obwohl wir kein polnisch sprechen und sie weder englisch noch deutsch konnten, aber man hat sich erstaunlich gut verständigen können. Und obwohl sie eigentlich durch uns nur Arbeit hatten, hatten sie Tränen in den Augen, als wir abgereist sind, und haben sich bei uns bedankt und uns zum Abschied Geschenke gemacht. Vielen Dank und Gottes Segen für diese unendliche Gastfreundschaft.

Nach all diesen Begegnungen, und das beschriebende war ja erst die Spitze des Eisbergs, habe ich zunächst einmal in Breslau gemerkt, dass der Begriff Oblaten-Familie mehr als treffend ist. Eine solch offene und liebevolle Atmosphäre habe ich bis jetzt nur dort erlebt. Es gab dort weder Hass noch ein Gegeneinander, sondern alle sind füreinander da gewesen und haben miteinander gelacht und gefeiert. Mir ist auch klargeworden wie distanziert und förmlich wir oft in unserem Alltag miteinander umgehen, und wie sehr wir von unserem zeitlichen Rahmen getrimmt werden. Dort hatte der Zug teilweise 50 Minuten Verspätung, was für uns nur eine Gelegenheit für neue Begegnungen war, und kein Grund zur Frustration. Und auch trotz so mancher Strapazen dort, war es ein gigantisches Erlebnis. Mir wurde vor der Reise gesagt: „Es wird kein Wellnessurlaub, höchstens Wellness für die Seele.“ Ich bin nach Hause gefahren und war einerseits körperlich müde, aber im Geist vollends erholt und im Glauben an Gott deutlich gestärkt, also der Satz trifft für mich vollkommen zu.

Tom Harke

Die deutsche Oblaten-Gruppe beim Weltjugendtag in Krakau

Die deutsche Oblaten-Gruppe beim Weltjugendtag in Krakau

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