Entdecke, was in dir steckt – ein Jahr der Berufung

Das Jahr 2018 wird für uns Oblaten ein besonderes Jahr. Diesmal steht kein Jubiläum an, aber unser Generaloberer, P. Louis Lougen OMI, hat entschieden, ein „Jahr der Oblatenberufungen“ auszurufen. Und das ist in der Tat etwas Besonderes, nicht nur für uns Oblaten, sondern auch für euch! Schon lange machen sich Oblaten auf der ganzen Welt Gedanken darüber, wie man das Thema „Berufung“ etwas in den Blick bringen kann. Im Sommer 2016 gab es dazu sogar ein internationales Treffen von vielen Mitbrüdern aus allen möglichen Ländern. Uns ist das sehr wichtig, denn oft ist es wohl so, dass junge Menschen entweder denken: „Das ist doch was für Priester und Ordensleute – mit mir hat das nichts zu tun“ oder: „Berufung, das kommt vielleicht in der Bibel vor, aber doch nicht in meinem Leben“. Beides ist allerdings nicht so ganz richtig.

 

Berufung gibt es heute und in deinem Leben

Berufung gibt es auch heute und Berufung hat auch etwas mit deinem Leben zu tun. Zunächst mal heißt es ja, dass Gott uns zu irgendetwas ruft. Wenn wir Christen davon überzeugt sind, dass Gott bei uns ist, dass er uns hört und dass er in der Welt wirkt, dann ist es nicht abwegig, davon auszugehen, dass er uns auch etwas zu sagen hat. Und schließlich weiß er wohl am besten, was wir aus unserem Leben machen sollten, wenn er es doch ist, der uns geschaffen hat. Deshalb muss niemand sofort Priester werden oder ins Kloster gehen, aber es ist gut, danach zu fragen, was Gott mit mir vorhat.

Was hat Gott mit mir vor?

Zu mir und meinen Mitbrüdern, die in der Jugendseelsorge tätig sind, kommen immer wieder junge Menschen, die genau das versuchen: herauszufinden, was Gottes Plan für ihre Leben ist. Und die sind auf ganz unterschiedlichen Wegen: da gibt es Informatikstudenten, solche, die eine Ausbildung in einem sozialen Beruf machen, oder diejenigen, die auf dem Weg sind, Lehrer zu werden und natürlich auch solche, die zwar so etwas im Sinn haben, aber noch zur Schule gehen. Was sie verbindet ist die Frage: was hat Gott mit mir vor?

In diesem Jahr der Berufung möchten wir euch alle gerne einladen, euch genau diese Frage zu stellen. Wir Oblaten sind dabei nicht allein. Auch Papst Franziskus hat euch Jugendliche im nächsten Jahr besonders im Blick. Es wird nämlich 2018 wieder eine Bischofssynode geben. Das ist ein Treffen von vielen Bischöfen aus aller Welt, die über ein Thema beraten, das dem Papst besonders wichtig ist. Für das kommende Jahr hat er das Thema ausgewählt: „Die Jugend, der Glaube und die Berufung“. Dazu hat er sogar dazu eingeladen, dass möglichst viele Jugendliche eine Online-Umfrage ausfüllen und voraussichtlich werden neben Bischöfen auch Jugendliche zur Synode eingeladen.

 

Weitblick statt Engstirnigkeit

Eine Gruppe von Oblaten und Assoziierten bei einem Treffen in Hünfeld.

„Berufung“ ist dabei kein enger Begriff. Die Oblaten begehen ein „Jahr der Oblatenberufungen“ – Plural: Berufungen. Nicht nur die Berufung zum Oblaten steht dabei im Mittelpunkt, und auch nicht „nur“ zum Oblaten oder zur Oblatin, sondern auch die Berufung, zur sogenannten „Oblatenfamilie“ zu gehören. Dazu gehören zum Beispiel die „Assoziierten der Oblaten“. Das sind Menschen, die ein Versprechen ablegen, in ihrem Alltag so ähnlich zu leben, wie wir Oblaten das in unserer Gemeinschaft tun. Oder eben Jugendliche, die merken, dass sie auch missionarische Christen sein wollen und das in Verbindung mit uns Oblaten tun möchten.

Für diejenigen, die sich die Frage nach Ihrer Berufung stellen, kann etwas Überraschendes passieren. Wer von „Berufung“ hört, der denkt vielleicht eher an einen einzigen Weg, der vor ihm liegt und spürt einen gewissen Druck, diesem Weg folgen zu müssen. Das Gegenteil ist meistens der Fall. Wer nach der eigenen Berufung fragt, der wird viele Wege sehen, vielleicht auch solche, an die er oder sie zuvor noch nicht einmal gedacht hat. Natürlich ist es eine Herausforderung, dann den „richtigen“ Weg herauszufinden. Aber niemand ist dabei allein. Berufung heißt ja auch, dass Gott mit auf dem Weg ist, und es gibt viele Menschen, die gerne bereit sind, dich auf diesem Weg ebenfalls zu begleiten.

Auf die Suche gehen

Als kleine Anregung zum Nachdenken über den eigenen Weg, stellen wir in den kommenden Monaten einige Menschen hier auf dieser Seite vor, die über ihren Berufungsweg berichten. Oblaten und Oblatinnen werden davon berichten, wie sie zu ihrer Lebensentscheidung gefunden haben und was für sie dabei besonders wichtig war und heute noch ist auf ihrem Berufungsweg. Vielleicht habt ihr Lust, diese kleine Reihe zu verfolgen und euch anregen zu lassen, über euren eigenen Weg nachzudenken.

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